Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V.

Telefon 0203-392190-15

Details zum Konjunkturprogramm

Am 03. Juni 2020 hat die Bundesregierung ein umfangreiches Konjunkturprogramm beschlossen, um die Wirtschaft möglichst schnell wieder aus dem konjunkturellen Tal zu führen und Wachstum zu generieren. Neben vielen allgemeinen Stimuli zur Wiederbelebung der Konjunktur und zur Unterstützung von Unternehmen enthält das Paket auch gezielte Maßnahmen zur Förderung der maritimen Wirtschaft und des Logistiksektors.

BÖB und VBW haben daher eine Zusammenfassung der aus unserer Sicht wichtigsten Punkte erstellt und diese thematisch für Sie gegliedert.

Die Aufstellung können Sie hier herunterladen.

Kooperation von BÖB und VBW

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) und der Verband für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraße e.V. (VBW) bündeln ihre Kräfte.

Marcel Lohbeck wird ab 1. Mai 2020 neuer Geschäftsführer des BÖB

Berlin, 20. April 2020 – Die Kernkompetenz der öffentlichen Binnenhäfen in Deutschland ist die Verknüpfung, denn trimodale Binnenhäfen sind Drehscheiben der Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und Lkw und damit Start- und Zielpunkt logistischer Ketten. Zudem verknüpfen sie als Wirtschafts-Standorte die Verantwortlichen aus Industrie, Fachhandel und Logistik und initiieren damit neue Wertschöpfung.

Stark sind die öffentlichen Binnenhäfen auch in der Verknüpfung von Interessen. So kooperieren BÖB und VBW bereits seit Jahren themenbezogen, um gemeinsam das System Wasserstraße voranzubringen. Jetzt haben BÖB und VBW entschieden, ihre Kooperation durch eine gemeinsame Geschäftsführung zu vertiefen: Ab 1. Mai 2020 übernimmt Marcel Lohbeck (39) die vakante Position des BÖB-Geschäftsführers und bleibt gleichzeitig Geschäftsführer des VBW, der als international anerkannte fachwissenschaftliche Vereinigung über ein breites Netzwerk an Expertinnen und Experten verfügt.

BÖB Interims-Geschäftsführer Rainer Schäfer unterstützt Marcel Lohbeck bis Ende Juni 2020 in der Geschäftsführung. Ab 1. Juli 2020 übernimmt Lohbeck die alleinige Führung von BÖB und VBW. Beide Verbände bleiben rechtlich selbstständig, die gemeinsamen Büros sind in Berlin und Duisburg. Ziel ist es, die Kooperation nachhaltig auszubauen und anlass- und themenbezogen um zusätzliche Kooperationspartner zu erweitern.

„Nach dem tragischen Tod von Boris Kluge haben wir im BÖB-Präsidium darüber gesprochen, wie wir den Verband in seiner Arbeit und in seiner Aufstellung weiter stärken können. Der VBW ist dafür der richtige Kooperationspartner. Schritt 1 ist jetzt die gemeinsame Geschäftsführung, in einem zweiten Schritt werden wir Synergien heben und die Chancen unserer vertieften Kooperation nutzen. Zudem freuen wir uns darauf, mit weiteren Partnern immer wieder neue Allianzen zu bilden und sind für weitere Kooperationspartner offen“, so Joachim Zimmermann, Präsident des BÖB.

Auch Patricia Erb-Korn, Präsidentin des VBW, äußert sich positiv zu der schon lange bestehenden inhaltlichen Nähe der beiden Verbände: „VBW und BÖB sind dem Gesamtsystem Wasserstraße verpflichtet, dadurch verbindet sie naturgemäß eine inhaltliche Nähe. Beide haben in der Vergangenheit schon erfolgreich zusammen gearbeitet. Die Idee einer gemeinsamen Geschäftsführung ist bei unseren Gremien daher schnell auf fruchtbaren Boden gefallen. Wir freuen uns auf die Kooperation!“

Marcel Lohbeck: „Ich bedanke mich für das Vertrauen der Gremien, diese anspruchsvolle Aufgabe ausfüllen zu dürfen. Die gebündelte Fachkompetenz für die multimodalen Binnenhäfen und das System Wasserstraße werde ich nachhaltig in den politischen Diskurs einbringen.“

Zurzeit sind die Gremien von BÖB und VBW mit der Fortentwicklung des Kooperationskonzeptes befasst, welches in den Mitgliederversammlungen beider Organisationen im Herbst 2020 vorgestellt und beschlossen werden soll.

Pressemitteilung

Cem Özdemir: Die Politik muss die richtigen Anreize setzen. “Soll die Verkehrswende gelingen, dürfen Bahn und Binnenschifffahrt sich nicht kannibalisieren.”

Auf Einladung des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. besuchten der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag Cem Özdemir und die Berichterstatterin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Claudia Müller Duisburg. Neben einem Stakeholdergespräch besichtigten die beiden Bundestagsabgeordneten auch das Forschungszentrum DST.

Die ökologische Modernisierung der Binnenschiffsflotte, die Beschleunigung von Infrastrukturmaßnahmen und die Digitalisierung von Binnenschifffahrt und Wasserstraßen waren zentrale Themen eines rund 2-stündigen Gesprächs mit Vertretern aus der Schifffahrt, der verladenden Wirtschaft und Binnenhäfen, zu dem der VBW die Bundestagsabgeordneten am 30.10.2019 in das Haus RHEIN eingeladen hatte.

VBW-Vizepräsident Niels Anspach, BP Europa SE und VBW-Beiratsmitglied Joachim Schürings, thyssenkrupp Steel AG, verdeutlichten den Grünen die Dringlichkeit zur Erneuerung der überalterten Wasserstraßeninfrastruktur. „Für die Industrie im nordwestdeutschen Kanalgebiet und am Rhein ist eine gut funktionierende Infrastruktur absolut systemrelevant. Der Sanierungsstau an den Wasserstraßen könnte langfristig zum Standortfaktor werden, wenn sich die Umsetzungszeiten für Infrastrukturmaßnahmen nicht deutlich verkürzten. Darüber hinaus gilt es jetzt gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden in einen Dialog über weitergehende wasserbauliche Maßnahmen zur Stärkung der Robustheit des Rheins gegenüber negativen Klimaeffekten zu treten.“

Andreas Dicke, BAVARIA AG und Roberto Spranzi, DTG eG, wiesen darauf hin, dass die Halbierung der Trassenpreise den Wettbewerb zwischen Schiene und Wasserstraße zu Lasten der Binnenschifffahrt verschoben hätte. Das Klimapaket der Bundesregierung sei vor allem ein Programm zur Stärkung der Bahn. Die Binnenschifffahrt sei eher ein Randthema gewesen.

Cem Özdemir nahm die Kritik aus dem Sektor auf und erklärte, dass die Politik die richtigen Anreize setzen müsse. Ziel müsse es sein, Straßenverkehr zu vermeiden und Transporte auf ökologische Verkehrsträger umzulenken. “Soll die Verkehrswende gelingen, dürfen Bahn und Binnenschifffahrt sich nicht kannibalisieren, sondern müssen als komplementär betrachtet werden”, so Özdemir.

Nach dem Unternehmergespräch ging es ins Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) e.V., wo sich die Abgeordneten neben dem eindrucksvollen Schlepptank und dem Fahrsimulator  auch über das zukünftige Leitzentrum für das Pilotprojekt zum automatisierten Fahren sowie Projekte zu den Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff als auch über Konzepte für Elektromobilität in der Binnenschifffahrt informierten.

Claudia Müller zeigte sich von der Branche beeindruckt. “Die Binnenschifffahrt transportiert einen großen Anteil der Güter zuverlässig und mit niedrigem Energieaufwand. Es muss der Binnenschifffahrt aber gelingen, zur besseren Akzeptanz auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Viele Maßnahmen sind in den vergangenen Jahren umgesetzt worden. Die ins Alter gekommene Flotte muss sich verjüngen und die Antriebe noch sauberer werden. Dazu müssen die bestehenden finanziellen Anreize ausgeweitet werden.”

(v.l.n.r.) Niels A Anspach (BP Europa SE), Thomas Groß (Hülskens Wasserbau), VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn (Rheinhäfen Karlsruhe), Klaus Poepsel (MTU Friedrichshafen), Cem Özdemir (Bündnis90/ Die Grünen), Volker Seefeldt (HTAG), Joachim Schürings (thyssenkrupp Steel), Claudia Müller (Bündnis 90/ Die Grünen), Wolfgang Nowak (IMPERIAL), Erik L. Schultz (Koninklijke BLN-Schuttevaer), Andreas Dicke (BAVARIA), Marcel Lohbeck (VBW e.V.), Roberto Spranzi (DTG), Jan Hinterlang (VCI NRW)

Die Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.

Pressemitteilung

VBW-Bankett 2019:

Patricia Erb-Korn: „Life is greater without Greta? – Wohl kaum!” 

Anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung betonte die VBW-Präsidentin die Notwendigkeit eines sachlichen und offenen Diskurses über Maßnahmen zum Klimaschutz. BP Europa SE Vorstand Wolfgang Langhoff trat in seiner Rede für technologieoffene Lösungen ein und erläuterte die Systemrelevanz des Systems Schiff/Wasserstraße/Häfen für die petrochemische Industrie.

Das Bild eine eines Autos mit der Aufschrift „Life ist greater without Greta“ auf der Heckscheibe – gemeint ist Greta Thunberg -, das durch Facebook kursierte und die darunter stehenden Kommentare hätten sie nachdenklich gemacht, erklärte VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn gegenüber den rund 50 Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Verwaltung, die zum diesjährigen VBW-Bankett erschienen waren.

Es sei infantil zu glauben, dass sich die Frage des Klimaschutz nicht oder weniger dringlich stellen würde, wenn es Greta Thunberg und ihr Engagement nicht gäbe. Der Post und die Reaktionen darauf hätten ihr aber gezeigt, wie polarisiert die Gesellschaft inzwischen sei, wenn es darum gehe, sich auf Maßnahmen zur Minimierung der negativen Effekte des Klimawandels zu einigen.

Angesichts der hohen Komplexität der Herausforderungen und der zahlreichen zu berücksichtigenden Wechselwirkungen, sprach Erb-Korn sich für einen sachorientierten offenen Diskurs aus.

Es sei wichtig, sich mit den Anliegen von Thunberg, und Fridays oder Scientists for Future ernsthaft auseinanderzusetzen und anzuerkennen, dass es sich bei deren Kernforderungen nicht um ein radikales Programm handele, sondern lediglich um ein energisches Erinnern der Nationalstaaten an die in Paris selbst gesetzten Ziele und Vereinbarungen.

Auf Seiten der Aktivisten hingegen müsse es ein Einsehen geben, dass Klimapolitik eben immer auch Ergebnis eines politischen und gesamtgesellschaftlichen Aushandlungsprozesses sei, der neben dem Klimaschutz auch andere Faktoren, wie den Erhalt von Wertschöpfung und Wohlstand sowie den sozialen Ausgleich mit einbeziehen müsse.

Der VBW als fachwissenschaftliche Organisation unterstütze das Ziel einer nachhaltigen Verkehrsverlagerung als Beitrag zum Klimaschutz und arbeite aktiv an Problemlösungen. Als Beispiele nannte die Präsidentin die Empfehlungen des VBW zu Beschleunigung der ökologischen Modernisierung der Binnenschiffsflotte oder die Arbeit des runden Tisches „Beschleunigung von Infrastrukturprojekten“ an Lösungen zur schnelleren Ertüchtigung und Sanierung der Bauwerke an den Wasserstraßen.

Gleichzeitig gab Erb-Korn die Einrichtung einer neuen interdisziplinären Arbeitsgruppe bekannt, die im Laufe des kommenden Jahres Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Robustheit des System Schiff/Wasserstraße/Häfen in besonderen Wassersituationen erarbeiten wird. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe sollen die Umsetzung des 8-Punkte-Plans des Bundesverkehrsministeriums unterstützen und pragmatische Lösungsvorschläge aufzeigen.

Gastredner Wolfgang Langhoff, der in seinen Funktionen als Vorstand der BP Europa SE und Vorsitzender des Mineralölwirtschaftsverbandes sprach, würdigte den VBW für sein „unermüdliches Eintreten für die Binnenschifffahrt und die Wasserstraßen“.

 Die Mineralölindustrie und damit auch die Petrochemische-Industrie lieferten in nahezu alle Wirtschaftszweige Materialien, Ideen und Know-how. Deutschland sei viertwichtigster Chemieproduzent der Welt und allein in NRW ist jeder vierte deutsche Chemiearbeitsplatz zu Hause.

Mit ihren Standorten am Rhein oder im Falle der BP und anderer im westdeutschen Kanalgebiet sei die Chemie- und die Mineralölwirtschaft abhängig von einer funktionierenden Wasserstraßenlogistik.

BP transportiert rund 28 Prozent ihrer Produkte über das Wasser. Allein über den Rhein-Herne-Kanal verschifft das Unternehmen ca. 6 Mio. Tonnen. Das sind etwa 4.000 Schiffstransporte pro Jahr, gleichzusetzen mit mehr als 240.000 LKW-Transporten jährlich - oder umgerechnet mehr als 650 am Tag.

„In der Niedrigwasserphase in 2018 ist es zu Lieferengpässen an einigen Tankstellen gekommen.  Dies hat auch der Bevölkerung die Systemrelevanz der Binnenschifffahrt klar vor Augen geführt“, so Langhoff.

Die chemische Industrie und die Mineralölwirtschaft unterstützten daher die Ziele des Masterplans Binnenschifffahrt und des 8-Punkte-Plans und drängen auf deren schnell Umsetzung.

Hinsichtlich der Dekarbonisierung des Verkehrs plädierte Langhoff für Technologieoffenheit. Die Politik dürfe sich nicht einseitig auf die Elektromobilität versteifen. Neue synthetische Kraftstoffe, Biokomponenten und Wasserstoff sollten gleichrangig gefördert werden.

Darüber hinaus sei eine zielgerichtet Klimaschutzpolitik ohne weitere Energieeinsparungen und Effizienzmaßnahmen in allen Sektoren, einen Ausbau des ÖPNV und eine stärkere Verkehrsverlagerung auf Schiene und Wasserstraße nicht denkbar.

 

VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck, VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn, Rheinhäfen Karlsruhe,  BP Europa SE Vorstand Wolfgang Langhoff, VBW-Vizepräsident Niels Anspach, BP Europa SE; Bildquelle: jbywaletz, vbw

 

BP Europa SE Vorstand Wolfgang Langhoff; Bildquelle: jbywaletz, vbw

Sie können die Pressemitteilung hier herunterladen

 

 

Pressemitteilung zum Besuch von Umweltministerin Heinen-Esser in Duisburg

VBW im Gespräch mit der NRW-Landespolitik
 
NRW-Umweltministerin Heinen-Esser: „Die Binnenschifffahrt ist ein wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Verkehrswende“

VBW-Mitglied Wolfgang Nowak (links), Vice President Commercial Shipping Dry,  Imperial Logistics mit Ministerin Ursula Heinen-Esser (Mitte) und VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn (rechts), sowie dem Technischen Leiter bei Imperial Tim Gödde (Bildquelle: VBW) 


Am 20.05.2019 besuchte die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser den Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. (VBW) in Duisburg. 
 
Bei einer Besichtigung des Tankschiffes „Volantis“ des VBW Mitgliedsunternehmens Imperial Logistics konnte sich die Ministerin praxisnah über die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen informieren, mit denen sich Schiffsbetreiber bei der ökologischen Modernisierung von Binnenschiffen konfrontiert sehen. Beim sich anschließenden Expertengespräch an Bord des FGS „Acheloos“ tauschte sich die Ministerin mit VBW-Vertretern aus der Schifffahrt, der Hafenwirtschaft, der Industrie und der deutschen und niederländischen Verwaltung zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen aus.
 
„Der Besichtigungstermin vor Ort zeigt, dass sich die Unternehmen in der Binnenschifffahrt dieser Herausforderung stellen. Es wurde aber auch deutlich, dass es keine technischen Einheitslösungen für alle gibt. Größere Schiffsbetreiber investieren zunehmend in modernen Schiffsraum und Energieeffizienzmaßnahmen. Allerdings gibt es auch viele kleinere Schiffsbetreiber in Deutschland, die nicht das Kapital für derartige Investitionen tätigen können, die schnell fünf- bis sechsstellige Beträge erreichen. Diese benötigen dringend Unterstützung. Die im Masterplan Binnenschifffahrt des Bundesverkehrsministeriums vorgesehenen Fördermaßnahmen sind hierfür geeignet. Wir hoffen jetzt auf eine schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen. Zudem hat das NRW-Wirtschaftsministerium signalisiert, dass die NRW.BANK ihre Energieeffizienzkredite für die Binnenschifffahrt öffnen wird“, erklärt der VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck.
 
Ein weiteres wichtiges Thema war die Förderung von Landstromanlagen an Liegestellen in Binnenhäfen und Kommunen. 
 
„Da der Masterplan Binnenschifffahrt bislang nur eine Bundesförderung für mobile Landstromeinrichtungen und Bordnetze vorsieht, benötigen wir dringend eine Landesförderung für diese Einrichtungen, da die hohen Investitionskosten nicht über den Strompreis wieder eingespielt werden können. Landstromanlagen tragen zu einer erheblichen Emissionssenkung im stadtnahen Bereich bei und helfen die Akzeptanz der Bevölkerung für die liegende Schifffahrt zu erhöhen“, so VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn, Geschäftsführerin der Rheinhäfen Karlsruhe.
 
Ein weiteres Thema war die Stärkung der Robustheit des Systems Schiff/Wasserstraße/Häfen gegenüber außergewöhnlichen Niedrigwassersituationen. Das Niedrigwasser in 2018 hatte zu erheblichen Verlusten der Industrieunternehmen an den Wasserstraßen und hohem volkswirtschaftlichen Schaden geführt.  Experten befürchten, dass sich derartige Ereignisse durch den Klimawandel zukünftig häufen könnten. VBW-Vizepräsident Niels Anspach, BP Europa SE und VBW-Beiratsmitglied Joachim Schürings, Thyssenkrupp Steel Europe forderten die Politik auf, gemeinsam mit der Industrie und den Umweltverbänden über geeignete Maßnahmen zur zukünftigen Minimierung von außergewöhnlichen Niedrigwasserereignissen nachzudenken und frühzeitig entsprechende Planungen anzugehen.

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Pressemitteilung zum Masterplan Binnenschifffahrt

Eine klare politische Weichenstellung für eine zukunftsweisende Entwicklung des Systems Schiff/Wasserstraße/Häfen

Verkehrsminister Andreas Scheuer mit VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn und VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck

Bild: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn und VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck (Quelle BMVI)

Am 14.05.2019 hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im Beisein vieler Wirtschaftsvertreter seinen Masterplan Binnenschifffahrt vorgestellt.

Das BMVI hat die Erarbeitung des Masterplans in einem vorbildlichen partnerschaftlichen Prozess organisiert. Über ein Jahr lang haben Bundesverkehrsministerium (BMVI), Wirtschaftsverbände und Forschungseinrichtungen in Arbeitsgruppen zu den fünf Handlungsfeldern Infrastruktur, Umweltfreundlichkeit und Flottenstruktur, Digitalisierung, Stärkung der Multimodalität und Fachkräftesicherung gearbeitet und die 90 Maßnahmen des Masterplans entwickelt.

VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn (KVVH Rheinhäfen GmbH, Karlsruhe) begrüßte das Maßnahmenpaket ausdrücklich: „Mit dem Masterplan Binnenschifffahrt gibt es nun eine klare politische Weichenstellung für eine zukunftsweisende Entwicklung des Systems Schiff/Wasserstraße/Häfen, an der sich Politik, Verwaltung und auch die Wirtschaft messen lassen können. Ich freue mich sehr, dass sich viele Punkte aus den Handlungsempfehlungen des VBW zur Beschleunigung der Infrastruktur, zur ökologischen Modernisierung der Flotte und zur Digitalisierung im Masterplan wiederfinden. Die intensive Vorarbeit, die unsere Fachausschüsse geleistet haben, hat sich gelohnt.“

Das Vorhaben, vordringliche Infrastrukturprojekte mit einem besonders hohen Nutzen-Kosten-Verhältnis durch ein Vorschaltgesetz zu identifizieren und die Planungsabläufe dieser Projekte später durch Maßnahmengesetze zu beschleunigen ist ein mutiger Schritt vorwärts und ein Paradigmenwechsel in der Infrastrukturpolitik.

Im Bereich der Flottenmodernisierung und der ökologischen Erneuerung hatten die Verbände BDS, BÖB, VBW und VSM bereits im April 2018 ein ausgearbeitetes Konzept für eine Novelle des bewährten Förderprogramms „Nachhaltige Modernisierung von Binnenschiffen“ vorgelegt. Die Vorschläge bilden eine gute Grundlage, um das im Masterplan formulierte Ziel des BMVI, eine neue technologieoffene Förderrichtlinie bis zum 01.01.2020 aufzulegen, zu erreichen.

Der VBW begrüßt ebenfalls die Ausschreibung einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung der Struktur der Flotte unter besonderer Berücksichtigung des Bedarfes und der Fördermöglichkeiten für den Bau kleinerer und besonders flachgehender Schiffe. Der VBW hatte im Masterplanprozess eine Substitutionsstrategie unter dem Titel „Alt für Neu Programm“ empfohlen, mit dem Schiffsbetreiber, die ein kleines altes Schiff aus dem Markt nehmen und durch ein gleichwertiges modernes Schiff ersetzen, unterstützt werden sollen. Auch diese Variante soll auf ihre Machbarkeit untersucht werden.

Erfreulich ist auch, dass der Masterplan eine Ausrüstung der bedeutenden Wasserstraßen mit 5G Mobilfunknetzen vorsieht. Der VBW sieht hierin die Basis für die weitere Digitalisierung der Binnenschifffahrt.

Link zur Pressemitteilung im PDF-Format

 

 

Pressemitteilung zum VBW-Bankett am 19.11.2018

Die Pressemitteilung können Sie hier auch als PDF-Datei herunterladen

 Land NRW misst dem System Schiff/Wasserstraße/Häfen eine tragende Rolle bei der ökologischen Verkehrswende zu

NRW-Umweltministerin will Binnenschiffsunternehmen bei der ökologischen Modernisierung der Flotte unterstützen

Auch in seiner 6. Auflage bot das jährlich zu seiner Mitgliederversammlung durchgeführte Bankett des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. ein buntes „Who is Who“ aus der Schifffahrt und Logistikwirtschaft, Häfen, Industrieunternehmen und Verwaltung. Ursula Heinen-Esser, die Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen stellte in ihrer Rede vor, welche umweltpolitischen Akzente die Landesregierung für die Binnenschifffahrt und das System Wasserstraße setzen will.

In ihrem Vortrag bekannte sich die Ministerin zum System Schiff/Wasserstraße/Häfen und bekräftigte dessen tragende Rolle bei einer klimagerechten Ausrichtung der Verkehrspolitik:

„Im Koalitionsvertrag haben wir festgelegt, die Binnenschifffahrt insgesamt zu stärken. Deshalb setzen wir uns für eine schnellere Sanierung der Schleusenbauwerke und eine Anhebung der Brücken ein. Unser Ziel ist es, die Abladeoptimierung des Rheins im Einklang mit den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie voranzutreiben.“, erklärte Heinen-Esser

Gleichzeitig forderte die Umweltministerin ein stärkeres Engagement der Binnenschifffahrtsunternehmen, um schiffsbezogene Emissionen zu reduzieren. „In NRW muss ein leistungsfähiges, aber auch umweltgerechtes Verkehrssystem entstehen. Wir brauchen eine ökologische Verkehrswende. Darum müssen die Anstrengungen zur Verlagerung des Gütertransports auf das Schiff deutlich verstärkt werden. Es gilt dabei, den Emissionsbeitrag der Binnenschiffe trotz einer erwarteten Zunahme der Transportleistungen weiter zu senken.“ Gleichzeitig bot Frau Heinen-Esser an, Binnenschifffahrts-unternehmen durch eine komplementäre Landesförderung bei der Um- und Nachrüstung unterstützen zu wollen und kündigte auch nicht-investive Anreize für Emissionseinsparungen an. Sie appellierte an die Unternehmen und Verbände konstruktiv an diesen Vorschlägen mitzuwirken.

VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn verwies auf die Erfolge, die der Sektor beim Thema Emissionsreduktion erreicht hat und die Innovationskraft der Unternehmen: „Der Binnenschifffahrt ist es gelungen, ihre NOx-Emissionen seit 1970 um 40% zu reduzieren, die Partikelemissionen der Binnenschifffahrt sanken in diesem Zeitraum sogar um 80%. 

Dabei hat die Binnenschifffahrt als einziger Verkehrsträger ihren Gesamtverbrauch gesenkt bei gleichzeitiger Erhöhung der Tragfähigkeit. Deshalb verweigert sich der Sektor einer sachorientierten Diskussion über Möglichkeiten zur Steigerung der Umwelteffizienz des Verkehrsträgers nicht. Viele der Schifffahrtsbetriebe in unserer Mitgliedschaft sind sehr stark engagiert, wenn es um die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien geht und wenden dafür große eigene Finanzmittel auf.“

Aus diesem Grund nannte Erb-Korn den VBW und sein Expertennetzwerk als kompetenten Dialogpartner für die seitens der Ministerin angestoßenen Themen: „Der VBW hat gemeinsam mit seinen Partnerverbänden, BdS, BÖB und VSM umfangreiche Handlungsempfehlungen zur Attraktivitätssteigerung des Bundesförderprogramms „Nachhaltige Modernisierung von Binnenschiffen“ vorgelegt. Mit dem VSM wurde ein gemeinsamer Vorschlag für eine Gesamtstrategie zur Förderung der Flottenerneuerung, der Umweltteffizenz und neuer Technologien in der Binnenschifffahrt, kurz FLUENT erarbeitet, die Gegenstand der Diskussionen im Masterplanprozesses sind. Ich sehe den heutigen Termin daher als Beginn eines Prozesses, in dem der VBW gerne aktiv mitwirken wird.“

Denn auch das Land könne viel tun; als Handlungsfelder nannte die VBW-Präsidentin die Modernisierung kommunaler und landeseigener Schiffe, die Förderung von Landstromeinrichtungen in den Häfen und Kommunen, sowie Finanzierungshilfen durch öffentliche Banken und die Bestandssicherung und der Ausbau von Liegeplätzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressefoto: VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn, Ministerin Ursula Heinen-Esser und VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck

 

GESCHÄFTSTELLE

Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V.
Haus Rhein
Dammstraße 15-17
47119 Duisburg

KONTAKT

Tel.: 0049-203/392190-15
Fax: 0049-203/392190-11
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!